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Glück auf!

Ich bin im Urlaub. Meinem Chef habe ich versprochen, mich zu erholen, und meinen Agenten auch, was bedeutet, daß ich nicht nur auf meine bibliothekarische Arbeit verzichte, sondern auch aufs Schreiben. Statt dessen stapfe ich über Harzer Berge, wo ich mir mit meinen neuen Wanderschuhen eine kollosale Blase gelaufen habe, und durch malerische Städtchen – erholen kann manchmal ganz schön anstrengend sein, aber es ist toll. Mein erster richtiger Urlaub seit 1998! Aber ich wäre keine Autorin, wenn ich das hier nicht für mich und meine Bücher nützen würde – und damit meine ich nicht nur, daß mir eine Idee für – o nein, nicht schon wieder! – ein neues Buch gekommen ist, sondern auch, daß ich fleißig Museen und Besucherbergwerke besichtige und für den Hintergrund von Dämmervogel recherchiere.

Ja, ich weiß, das hätte ich besser vorher gemacht, das Buch ist schließlich lang fertig, aber ich war davon ausgegangen, mich wirklich gut mit der Geschichte des Bergbaus auskenne. Ich bin als Kind im Ruhrgebiet aufgewachsen, und das Bochumer Bergbaumuseum war mir ein noch lieberes Ausflugsziel als der Zoo. Aber das ist viele Jahre her, und tatsächlich ist mit der Zeit soviel Wissen zu Halbwissen geworden, daß ich leider eine ganze Reihe von Fehlern eingebaut habe.… Weiterlesen

Drei, zwei, eins…

Es ist vollbracht. Falkenwinter ist, wenn schon noch nicht fertig, dann doch zumindest fertig geplottet. Das klingt jetzt einfacher, als es tatsächlich war: Bis vor wenigen Wochen ging ich ja noch davon aus, daß es sich bei Falkenwinter um das eigenständige vierte Buch handeln würde; als es statt dessen zur zweiten Hälfte des zweiten Buches wurde, habe ich mich entschieden, es an einer deutlich früheren Stelle enden zu lassen als geplant, was sich nicht nur positiv auf den Spannungsbogen auswirkte, sondern auch bedeutete, daß ich fast fertig bin.

Aber mit dem ‚fast fertig‘ ist das so eine Sache: Natürlich ist klar, daß ein Buch, das von Anfang an als Teil eines Zyklus konzipiert war, nicht am Ende jede einzelne Frage beantwortet haben muß – es geht ja danach noch weiter, und das soll auch der Leser merken. Aber trotzdem muß sich der Kreis schließen, muß ein Sinnabschnitt zu Ende geführt werden, und weder der Leser, noch die Handlung dürfen dabei in der Luft hängen. Eigentlich war ich runter auf zwei Kapitel: Eines, in dem Varyn in Doubladir ankommt, und ein weiteres, in dem er gekrönt wird. Soweit, sogut. Wenn nur Hauptmann Mendrion nicht wäre.

Also Mendrion mal wieder. Nichts als Scherereien hat man mit dem Burschen.… Weiterlesen

Der Tag, an dem Hauptmann Mendrion verlorenging

Anfang des Jahres habe ich mich mit Verve und Elan auf Falkenwinter gestürzt und gute 300 Seiten geschrieben, als wäre der Abgrund persönlich hinter meine Seele her, bis mir alles, was mit Varyn zu tun hatte, aus den Ohren rauskam und ich mich lieber mit dem Gefälschten Siegel einer völlig neuen Geschichte zuwandte. Aber nun habe ich neue Perspektiven für die Elomaran und auch wieder Lust und Spaß, an der Geschichte zu arbeiten – aber um den richtigen Anschluß hinzukriegen, hielt ich es für eine gute Idee, erstmal das zu lesen, was ich im Frühling zu Papier gebracht habe. Mich interessierte, wie genau das Verhältnis zwischen Varyn und Dannen war, und welche Rolle Mendrion in Falkenwinter noch gespielt hat: Wenn das jetzt zusammen mit Dämmervogel einen Band ergibt, dann kann der Hauptmann nicht mittendrin plötzlich an Bedeutung verlieren.

Also, alles ab Kapitel Drei nochmal lesen, wobei ’nochmal‘ das falsche Wort ist – ‚erstmals‘ trifft es deutlich besser. Ich hasse meine Texte, wenn sie frisch sind, und ertrage es nicht, sie zu lesen, bevor sie nicht mindestens ein Vierteljahr zum Sacken hatten. Das ist einer der Gründe, warum die Texte auf der Webseite immer so viele Fehler aufweisen – ich jage sie durch die automatisierte Rechtschreibkorrektur und lade sie hoch, in der Hoffnung, daß meine Leser mehr Lust auf den fertigen Text haben als ich.… Weiterlesen

Engelskind und Dämmerwinter

Längere Zeit hat sich in diesem Blog nichts getan – der Grund ist, daß ich einiges, was sich hinter den Kulissen zugetragen hat, nicht in die Öffentlichkeit tragen wollte, denn ich erzählte nicht gern von den Mühen meiner Agenten, einen Verlag für die Elomaran zu finden: Nicht, weil ich nicht ganz und gar glücklich mit ihrer Arbeit wäre, im Gegenteil, aber weil es bei laufenden Bewerbungen nicht in die Öffentlichkeit gehört, welche Verlage sich nun interessiert haben und welche nicht. Ich möchte ja keinen Verlagslektor, der hier mitliest, irgendwie beeinflussen, daß er sagt »Hm, wenn ich der letzte Interessent im Rennen bin, dann kann ich ja mit dem Preis noch was runter gehen.« Aber jetzt lehne ich mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, es hat Absagen gegeben, drei Stück und relativ kurz nacheinander, was mir für eine Weile doch etwas die Laune auf meine Engel verhagelt hat. Das ist nicht das Ende aller Tage, und es gibt mehr als drei Verlage in Deutschland, und tatsächlich sind wir, meine Agenten und ich, weiterhin allerbester Hoffnung. Doch manchmal muß man einen Schritt zurückgehen, um das ganze Bild mit etwas Distanz zu betrachten, vor allem, wenn sich eine Tendenz rauskristallisiert.… Weiterlesen

Siebtes Kapitel: Erster sein

Eigentlich ist dieses Kapitel schon seit ein paar Tagen fertig, aber irgendwie habe ich es nie geschafft, es fertigzumachen und auf die Webseite hochzuladen – für wen auch, dachte ich, liest ja sowieso keiner… Aber dann bekam ich heute eine Mail von einer Leserin, einer echten Leserin, die auch die letzten Kapitel von Falkenwinter, die in den letzten Wochen entstanden sind, gelesen hat. Sie war nach meiner Ankündigung, die Elomaran eine Weile ruhen zu lassen, beunruhigt, und hat mich damit zutiefst gerührt. Denn so gut ich im Moment auch mit meiner Arbeit am Gefälschten Siegel vorankomme – dazu später mehr – werde ich doch in der nächsten Woche oder so zu Falkenwinter zurückkehren. Schließlich habe ich eine selbstgesetzte Deadline zu halten.

Dieses Kapitel nun, das siebte, habe ich angefangen, als ich mit dem sechsten einfach nicht weiterkam und mein Freund dienstlich in Schweden war, also für militärische Plothilfe nicht zur Verfügung stand – mit schlechtem Gewissen, weil ich doch eigentlich immer kontinuierlich arbeiten will. Aber wenn man das Fünfte Buch vor dem Vierten anfängt, ist so eine kleine Schummelei auch mal erlaubt, n’est-ce pas?. Jetzt gibt es also ein Wiedersehen mit Dannen, am Ende gibt es eine Eskalation, die ich selbst so nicht vorhergesehen habe – ich bin froh, danach eine Pause eingelegt zu haben, auch wenn ich mit langsam Gedanken machen muß, wie das nun mit Varyn und Gaven weitergeht.… Weiterlesen

Neu! Das Gefälschte Siegel

Wie ich schon sagte, brauche ich eine Elomaran-Pause. Auch wenn mir das siebte Kapitel im Moment ganz gut gefällt und die Arbeit nicht schlecht von der Hand geht – Dannen ist doch recht pflegeleicht, und auch das Kriegsgetümmel habe ich jetzt erstmal hinter mir gelassen. Aber ich sehne mich danach, etwas anderes zu machen, und ich würde tatsächlich gerne mal wieder ganz klassische Fantasy schreiben. Richtig untrendige Sword-and-Sorcery-Geschichte, wie ich sie früher in Stapeln verschlungen habe. Und heute kam mir dann auch in den Kopf, was ich gerne schreiben würde: Das Gefälschte Siegel.

Wer dieses Blog seit Anfang an verfolgt, also jetzt seit vier Jahren, dem wird dieser Titel bekannt vorkommen. Damals plante ich einen Genremix mit Namen Die Welt in der Wühlkiste, in dem eine Buchhändlerin in einen Fantasyroman versetzt wird. Das hat nicht geklappt. Meine Heldin machte keinen Spaß, und die schöne Hintergrundgeschichte konnte ich nur mit zynischem Auge nacherzählen, wodurch zu vieles verlorengegangen ist. Nach ganzen elf Seiten habe ich das Projekt zu Grabe getragen. Und das war es dann, für die nächsten vier Jahre.

Aber ganz ehrlich? Die Idee war nicht schlecht, ich meine die Idee des Buches im Buch. Klassisch, aber nicht abgedroschen. Eine Grundidee, aus der man viel machen kann, ganz klassisch, ohne Vampire, ohne Engel.… Weiterlesen

Sechstes Kapitel: Erbe wider Willen

Ich habe es ja schon im letzten Eintrag angedeutet: Die Arbeit an den Chroniken der Elomaran fühlt sich im Moment sehr nach Arbeit an, aber ich werfe nicht die Flinte ins Korn, sondern kämpfe mich mit dem Kopf voran durch diese Durststrecke. Und so habe ich nun das nächste Kapitel fertiggestellt, das dritte, seit Christoph mit mir den Plot durchgeplant hat, und von der damals erstellten Liste habe ich inzwischen die Hälfte abgearbeitet. Das bedeutet, ich bin an einer Stelle in Falkenwinter angekommen, von der ich gedacht habe, sie würde irgendwo am Anfang stattfinden (ursprünglich hatte ich sogar mal geplant, das noch in Dämmervogel reinzunehmen, aber das machte keinen Sinn), statt dessen aber gut die Mitte des Buches darstellt. Ich bin noch nicht ganz sicher, aber ich glaube, das Buch ist jetzt halb fertig, ebenso wie die Zeit zwischen Jahresbeginn und Sommer jetzt gut halb rum ist.

Nach dem actiongeladenen fünften Kapitel mit seinen Schlachten, Blitz und Donner, ist das sechste dann wieder typischer für mich und stellenweise recht statisch geraten, und ob es mir gefällt, kann ich noch nicht beurteilen. Es hat viel Varyn, der viel denkt und zaudert, und ich mußte mir relativ schnell vier Generäle aus den Rippen schneiden, die zwar nur Nebenrollen spielen, aber trotzdem eigene Namen brauchen – da habe ich mich kurzerhand auf mein Hobby, den Eurovision Song Contest, besonnen, und mir von den Bandmitgliedern der bosnischen Gruppe Regina, die letztes Jahr in cremeweißen Uniformen à la Napoleon aufgetreten waren und darum zur militärischen Tendenz passen, die Vornamen ausgeborgt.… Weiterlesen