Rezensieren, Reagieren

Wie ich schon mal früher geschrieben habe, gehöre ich zu den Autoren, die gerne Rezensionen ihrer Bücher lesen, und zwar alle Rezensionen. Ich freue mich über ein Lob, aber ich finde auch kritische Kommentare interessant. Und auch wenn es nicht im meinem Sinn ist, den Lesern nach dem Mund zu schreiben und meine Plots nach Mehrheitsenscheidungen zu stricken, denke ich, dass ein Autor aus Rezensionen eine Menge lernen kann, vor allem, was sich besser machen lässt. Wer pauschal sagt »Der Rezensent hat keine Ahnung!«, »Der versteht mich/mein Genie/Kunst/Nichtzutreffendes bittes streichen nicht«, »Der will mich doch nur schlechtmachen!«, macht es sich zu einfach. Das heißt nicht, dass wirklich jeder Kritiker immer und überall recht hat – aber wenn sich bestimmte Kritikpunkte häufen, sollte das einem Autor zu denken geben.

Als die ersten Rezensionen zum Puppenzimmer eintrudelten, war ich froh über den insgesamt sehr positiven Tenor – es war meine erste Veröffentlichung, meine ersten Rezis überhaupt, und ich hatte keine Ahnung, wie mein verquerer Stil beim Leser ankommen würde. Insofern war es eine positive Überraschung, dass meine Sprache durch die Bank gelobt wurde und sich niemand über meinen antiquierten Duktus oder die Bandwurmsätze aufgeregt hat. An Kritikpunkten kamen vor allem zwei Dinge: Das eine war, dass vielen Lesern der Schluss nicht gefiel.… Weiterlesen

Menschen, Tiere, Rezensionen

Ich bin nicht nur im Tintenzirkel, sondern auch auf Facebook mit einer ganzen Reihe an Autoren vernetzt, und es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich mit Leserkommentaren und Rezensionen umgegangen wird. Da sind die einen, die sich nicht davon abhalten lassen, zu jeder neuen Fünf-Sterne-Rezi einen Link zu setzen mit dem Jubelkommentar »Wieder fünf Sterne fürDas Liebesleben der Stabheuschrecken! Danke!«. Bekommt der Autor nur alle drei Wochen eine Rezi, kann ich damit leben. Leider tendieren manche dazu, das täglich zu machen, ohne wirklich darüber nachzudenken, wie es ankommt. Will ich, als befreundete Autorin, über die persönliche Timeline meiner Autorenbekannten so viel Selbstbeweihräucherung lesen? Oder, wenn sie es über ihre Autorenseiten tun: Wie wirkt es auf den Leser, wenn der Autor es nötig hat, sich in jedem einzelnen positiven Kommentar zu wälzen, als handle es sich um eine Kaviarpackung in einem edlen Spa? Die erste, hundertste, tausendste Rezi darf gebührend gefeiert werden, keine Frage. Aber ich möchte nicht Jede. Einzelne. Rezension. ins Gesicht gedrückt bekommen. Bestenfalls interessiert es mich nicht. Schlechtestenfalls macht es mich unglücklich, weil ich keine zehn Fünfsternerezis am Tag bekomme. Weder das eine noch das andere ist von den Autoren beabsichtigt. Sie machen sich nur keine Gedanken um die Wirkung.… Weiterlesen

Ein Leser! Ein Leser! V

Ich freue mich ja nicht nur über jeden, der das Buch kauft – mehr noch freue ich mich über jeden, der das Buch liest. Und noch viel viel mehr freue ich mich dann über jeden, der sich nach erfolgreicher Lektüre bei mir meldet und mir Feedback zukommen läßt. Gestern habe ich ein Musterbeispiel solcher Rückmeldung bekommen, das ich niemandem vorenthalten möchte – und freundlicherweise hat mir die Verfasserin auch gestattet, daß ich es hier im Blog zitiere. Immerhin teilt sie mein Schicksal – Sophie Hollmann ist Autorin wie ich, unveröffentlichter als ich, und wenn es für sie einmal so weit ist, daß sie mit ihren Werken das Internet, den Markt oder Lulu.com stürmt, wollen wir ihr wünschen, daß sie dann ebenso meldefleißige Leser bekommt wie ich in ihr gewonnen habe.

Ich habe ein oder zwei Absätze aus ihrer E-Mail herausgekürzt – nicht, weil sie zu negativ waren (nein, der ganze negative Teil ist dringeblieben), sondern um dem ganzen den Briefcharakter zu nehmen. So ist es jetzt als Rezension zu lesen, und gelesen habe ich sie mit Freude. Hier ist sie also nun, bereit, mit der ganzen Welt geteilt zu werden. Ach ja, und da Sophie jetzt auch noch Schwanenkind bestellt hat, denke ich, es hat ihr unterm Strich offenbar wirklich ganz gut gefallen.

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Ein Leser! Ein Leser! III

Endlich bin ich in der Welt der Vollautoren angekommen: Ich habe meine erste Rezension zu Engelsschatten erhalten. Es ist nichts großartiges, nur die ausführliche Kritik eines Lesers im Lulu-Onlinestore – und ich sollte mich wohl besser freuen, daß sie nicht in einer der großen Publikumszeitschriften veröffentlicht wurde, denn ich sage mal: Begeistert ist anders.
Um mal ein paar heikle Stellen zu zitieren:

Engelsschatten fängt verwirrend an und hört verwirrend auf. (…)

Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin dabei sehr hohe Anforderungen an ihre Leser stellt: an ihre Geduld, an ihr Verständnis und an ihr Durchhaltevermögen. (…)

Nicht nur die Charaktere sind fremdartig, auch die Handlung ist seltsam: Im Verlaufe der Geschichte wird Rätsel um Rätsel angehäuft und am Schluss wird kaum eins davon gelöst. (…)

Was das Handwerkliche anbelangt, so würde ein Lektorat dem Roman sicher gut tun. Viel zu viele Rechtschreibefehler und Logikbrüche stören ein flüssiges Lesen.
Ein verwirrender Roman, der den Leser in eine fremdartige Welt blicken lässt.

Den ganzen niederschmetternden Text gibt es hier nachzulesen: Traumwandlers Rezension bei Lulu.com.
Immerhin: Ich habe noch drei von sechs Sternchen bekommen. Und Traumwandler hat sich auch noch Schwanenkind bestellt, und vielleicht werden dort noch ein paar von seinen/ihren Fragen beantwortet.… Weiterlesen