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Zombies sind die neuen Engel!

Nein, ich habe das Erste Buch nicht in Zombieschatten umbenannt. Und aus den Engelsgeborenen werden auch keine Zombiegeborenen. Aber während Christoph Plants vs. Zombies spielt und der halbe Tintenzirkel für Zombies schwärmt, habe ich nun auch einen in den Elomaran-Chroniken. Ihr kennt ihn. Er heißt Varyn. Varyn war noch nie ein pflegeleichter Charakter. Schon früher hat er durch mangelnden Lebenswillen geglänzt, aber jetzt, wo er sich den Tod seiner ganzen Familie zulasten legt, ist wirklich gar nichts mehr mit ihm anzufangen. Mitglieder der königlichen Familie haben ihn aus seinem Tal verschleppt? Ach, das interessiert doch nicht. Sie unterstellen ihm, er könnte ein feindlicher Spion sein? Was soll’s. Sie haben Angst, daß er die Macht an sich reißt und ihr Haus umstürzt und stecken ihn darum lieber in den Kerker als in ein Gästezimmer? Ja und – Wirklich, mit Varyn ist nicht mehr viel los.

So desinteressiert ist er an allem, was um ihn herum vorgeht, daß ich jetzt gezwungen bin, ein für die Mitte des Buches geplantes Plotelement vorzuziehen – denn wenn ich Varyn jetzt nicht mit Gewalt dazu bringe, der Geschichte um ihn herum irgend eine Aufmerksamkeit entgegenzubringen, kann ich mein Buch vergessen. Also bekommt Varyn jetzt, und nicht erst in hundert Seiten, Besuch vom Dämmervogel.… Weiterlesen

Erstes Kapitel: Vorübergehend Verwitwet

Nur drei Tage, nachdem ich verkündet habe, die Geschichte jetzt direkt am PC zu schreiben und nicht mehr per Hand in geheiligte Collegeblöcke, trägt der gute Vorsatz schon die ersten Früchte. Jeder der drei Tage war erfolgreich, und insgesamt sind so achtzehn Seiten zusammengekommen (wobei Seite in diesem Fall eine Normseite von dreißig Zeilen à 60 Anschlägen bedeutet und auch zukünftig nur noch in dieser Bedeutung verwendet werden soll), mit denen ich endlich das erste Kapitel von Falkenwinter fertiggeschrieben habe.

Es war ein Kapitel, das mich vor ungeahnte Anforderungen gestellt hat: So mußte ich mir eingestehen, daß ich mich zwar in die verschiedendsten Männer hineindenken kann, nicht ohne weiteres jedoch in eine schwangere Frau. Was sollte ich tun? Ich habe fürs erste darauf verzichtet, mich schwängern zu lassen, aber im wahrsten Sinne des Wortes auf meinen Bauch gehört. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob mir die Darstellung und Gefühlswelt Hanas gelungen ist, oder ob ich für die Zukunft die schwangeren Frauen den schreibenden Müttern überlassen sollte. Es hat jedenfalls dazu geführt, daß ich mich mit dem Kapitel nicht so ganz wohl fühle.

Aber jetzt geht es endlich mit Varyn weiter, der ist keine Frau und nicht schwanger und hat einen Dachschaden und sollte mir darum beim Schreiben so einfach fallen wie nur was.… Weiterlesen

Das Ende einer Ära

Ich habe lange mit mir gerungen. Wenn es nach mir ginge, müßten alle Dinge so bleiben, wie sie sind, und so ablaufen, wie sie es immer getan haben, zumindest in meinem Umfeld. Ich bin nicht autistisch, aber zumindest ritualfixiert. Mit Änderungen tue ich mich schwer, aber manchmal muß es einfach sein. Vor allem dann, wenn es so, wie es war, nicht mehr weitergeht.

Die ersten Umstellungen habe ich offenbar noch ganz gut hinbekommen – Anfangs habe ich meine Romane in Schulhefte geschrieben, dann in schwarze Chinakladden mit roten Ecken, und ab der Oberstufe, also ca. 1991, dann in Collegeblöcke. Und Collegeblöcke blieben es dann auch. Der Grund dafür war praktisch: Ich habe viel in der Schule geschrieben und während Univorlesungen, und da ich während meiner Zeit in Köln weder Führerschein noch Auto besaß, sind viele Seiten auch in Straßenbahnen entstanden und in Nah- und Fernverkehrszügen. Ich hatte zwar irgendwann einen Computer, so ab 1995, aber zumindest für alles, wobei ich mich außerhalb des Hauses befang, kam ich um meine Collegeblöcke nicht herum.

Während meiner Ausbildung zur Buchhändlerin hatte ich schier unbegrenzten Zugriff auf Collegeblöcke mit Werbeaufdruck für meinen Laden. Das war mein Glück, und mein Verhängnis. Denn als ich im Februar 2000 in einer Straßenbahn spontan mit der Arbeit an Engelsschatten anfing, nahm ich zuhause einen nagelneuen Block und übertrug die Seiten dorthinein, statt sie wie ein normaler Mensch am PC abzutippen.… Weiterlesen

Wörter und Kraniche

Noch vor einer guten Woche habe ich einen Charakter sterben lassen und mich im Forum darüber ausgeheult, wie wirklich sich so etwas doch anfühlt und wie sehr es zu Herzen geht. Noch vor drei Tagen war es meine größte Sorge, daß mir der Plot ausgehen könnte. Und jetzt, nur ein paar Tage später, haben sich alle Prioritäten verschoben und hat die Wirklichkeit das Autorenleben eingeholt. Ein Mitglied des Tintenzirkelforums, ein Mitglied unseres T12-Teams, ist verstorben. In echt, und für immer, und für uns alle völlig unerwartet.

Sie hatte viele Namen – im Tintenzirkel hieß sie erst Lavina, später Christy. Gestorben ist ist sie aber unter ihrem richtigen Namen, Yasmine. Im Mai 2009 ist sie zu uns gestoßen, hat uns ihre Bewerbung geschickt, uns gefallen, und schnell Anschluß im Forum gefunden. In der Elterngruppe war sie aktiv, sie hatte zwei kleine Kinder, und in den regelmäßigen Brainstormingsitzungen war sie mit ihren guten Einfällen ein gerngesehener Teilnehmer. Sie war immer freundlich, immer lieb, und als sie sich Anfang Januar verabschiedete, um sich einer Operation zu unterziehen, haben wir ihr alles Gute gewünscht, und manche haben noch versucht, ihr die Angst vor der Operation zu nehmen, durch gutes Zureden und die eigenen positiven Erfahrungen.… Weiterlesen

Just a little bit of history repeating …

Eigentlich ist es der Running-Gag schon seit Nano-Zeiten. Am 10. November verkündete ich im internen Wortzahlen-Thread: »Der letzte Plot wird verheizt!«. Seitdem habe ich an meinem derzeitigen Vergüngungswerk, der »Gauklerinsel«, knapp hunderttausend Wörter geschrieben, schätzungsweise 400 Seiten, und im Tagesrhythmus habe ich verkündet: »Der Plot ist alle!« – es grenzt an ein Wunder. Tatsächlich habe ich es immer wieder fertiggebracht, mir zumindest die nächste Szene auszudenken, und dann die nächste, und die nächste, und mich daran entlanggehangelt, ohne jemals wirklich ins Straucheln zu geraten.

Und heute ging es mir wieder so: Gestern mußte ich noch eine Nullrunde einlegen – ich kann sie mir leisten, habe einen zwei-Tages-Vorsprung vor dem Monatsziel – vordergründig, weil ich ausgerechnet an meinem freien Tag Abenddienst in der Bibliothek schieben mußte, in Wahrheit aber, weil ich keine Ahnung hatte, was ich schreiben sollte. Jeden Tag sagt mir mein Plot »Bis hierher und nicht weiter« – erst war ich am Ende, nachdem ich Roashan in die Zitadelle verschleppt hatte, dann gingen nochmal 130 Seiten damit drauf, daß sein toter Kumpel Shaun alles in Bewegung setzt, ihn wiederzufinden, und am Ende selbst in der Zitadelle landet, und dann war ich doch an dem Punkt angekommen, wo ich mir eingestehen mußte, daß ich mit dem Plot am Ende bin.… Weiterlesen

Einmal Frankfurt und zurück

Ich war schon mal in Frankfurt auf der Buchmesse, vor zehn Jahren, als ich als Buchhandelsauszubildende mit meiner Berufsschulklasse da war. Sie hat Eindruck auf mich gemacht, aber nicht den Besten – ich erinnere mich an wehe Füße, an tonnenweise Verlagsvorschauen, die ich ein Vierteljahr später ungelesen entsorgt habe, und an kein einziges Buch, das es geschafft hätte, mich aus der Masse heraus anzusprechen. Dementsprechend gering war eigentlich mein Interesse, da noch einmal hinzufahren. Zumindest, um mir Bücher anzusehen. Aber jetzt bin ich ja keine Buchhändlerin mehr, und als Bibliothekarin habe ich mit Dingen zu tun, die nichts mit der Buchmesse zu tun haben – aber ich bin eine Autorin, eine, die einen Agenten hat.

Meine Agenten waren schon Anfang des Jahres auf der Leipziger Buchmesse und haben dort die Elomaran vorgestellt, und das Verlagsintersse, das dort durchaus vorhanden war, hat mich doch sehr hoffnungsvoll gestimmt. Anfang letzter Woche bekam ich eine Mail von der Agentur mit einer Einladung, sie am Samstag auf der Buchmesse zu treffen – und ich konnte nicht nein sagen. Schließlich will ich meine Agenten endlich einmal persönlich kennenlernen, und von Aachen nach Frankfurt ist es nicht so weit wie nach München, selbst wenn noch Eintrittsgeld dazukommt.… Weiterlesen

Humpfl Grumpfl Mumpfl

Wie ein braver Geek lese ich meine C’t und habe sie auch im Abonnement. Ich lese (und verstehe) nicht alles, schließlich bin ich Autodidakt und Quereinsteiger in elektronischen Dingen, aber etwas mehr als die Spielerezensionen lese ich normalerweise doch schon. Aber es war eine Spielvorstellung, die mich heute dazu gebracht hat, zu schäumen und in den Teppich zu beißen. Unter der Überschrift Flugscharen mit Schwertern geht es um das neue Onlinespiel Aion. Dieses Spiel interessiert mich schon seit ein paar Monaten, seit ich bei meiner Freundin Monica – die, anders als ich, Onlinespiele wie World of Warcraft oder Herr der Ringe Online spielt – eine Vorschau in einem Magazin gesehen habe. Schließlich geht es bei Aion um Engel. Und womit kann man mein Herz gewinnen? Klar, mit Engeln. Also habe ich mich auf die Besprechung gestürzt, mit dem Hintergedanken, daß die Welt der Onlinespiele mir vielleicht doch nicht für immer verschlossen bleiben sollte…

… schließlich ließen sie die ganze Welt auseinanderbrechen. Einigen der Bewohner gelang es, sich zu retten. Sie flüchteten auf die Innenseiten der entstandenen Halbkugeln, die voneinander durch den „Abyss“ getrennt werden […] Auf der unteren Halbkugel, die stets ins Sonnenlicht getaucht ist, leben die Elyos, die sich durch besondere Eleganz und Schönheit auszeichnen.

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