Die Konkurrenzlage

Um es ganz offen zu sagen: Ich habe mehr als ein Eisen im Feuer. Ich arbeite nicht nur am »Elomaran-Zyklus«. Das heißt, obwohl ich seit Beginn des Jahres (der zufällig mit meiner neuen Arbeitslosigkeit zusammenfällt) einen Schreibplan habe – hundert Normzeilen am Tag – bedeutet daß nicht, daß ich jeden Tag an den Engeln weiterarbeite. Leider bedeutet es nicht einmal, daß ich jeden Tag an irgend etwas arbeite – aber ich will mich bessern. Immerhin sind seit Anfang des Jahres schon über zwanzig Seiten entstanden.
Und zwar an folgenden Geschichten:

»Dämmervogel« – was das ist, muß ich hier nicht mehr erklären. Es ist das Erste Buch Varyn, sozusagen. Und ich arbeite seit bald (im März) fünf Jahren daran. Und habe handschriftlich schon 143 Seiten.

»Klagende Flamme« – Ganz andere Geschichte. Auch Fantasy. Andere Welt. Ein Buch, für das ich mir größere Veröffentlichungschancen ausrechne, schon allein, weil es nicht so episch angelegt ist – und das darum auch nicht online zu finden ist. Ich will den klassischen weg mit diesem Buch gehen. Es ist eine Geschichte, in der ich viel mit Stil und Sprache experimentiere, und die mir derzeit sehr glatt von der Hand geht. Ich erzähle aus der Sicht von vier Jugendlichen – den zweieiigen Zwillingsbrüdern Byron und Jarvis Fadar, der Schamanin Lharkan und der Gauklerin Telya. Aber eigentlich geht es um zwei Götter, Sonne und Mond, die sich einst liebten und die heute erbitterte Feinde sind – und um die Probleme, sich zu entschuldigen, wenn man nicht mehr sprechen kann. Kryptisch genug? Das will ich hoffen. Muß doch die Leute neugierig machen! Die Geschichte startete 2002 und ist auf runde 160 Seiten angewachsen.

»Seelenfeuer« (was nur ein Arbeitstitel ist – es gibt schon ein Buch dieses Namens. Irgendwann wird mir etwas besseres Einfallen). Die Geschichte von Dao, der mit großer Macht gesegnet ist und zugleich dazu verdammt, seine Identität zu verlieren, wenn er die Macht ausbildet. Aber Dao will beides nicht loslassen – und schlägt einen Weg ein, der unabwendbar in den Wahnsinn führt. Auf den ersten Blick eine Geschichte, die den Elomaran-Lesern gefallen könnte, aber sprachlich schweres Futter, so anstrengend zu lesen wie eine extrem lange Kurzgeschichte. Viele innere Monologe, Assoziationen, Wahnvorstellungen. Es macht mir Spaß zu schreiben. Wobei ‚Spaß‘ sicher das falsche Wort ist. Es ist mehr eine therapeutische Angelegenheit. Ich arbeite seit letztem Sommer daran und habe gute dreißig Seiten fertig.

Und dann habe ich noch eine neue Geschichte im Hinterkopf, in der eine normale Buchhändlerin in eine phantastische Welt versetzt wird – obwohl sie mit Fantasy gar nichts anfangen kann. Ich habe einen Titel – »Die Welt in der Wühlkiste« – ein paar gute Ideen, aber noch keine Zeile geschrieben.

Das also sind die Werke, die um das tägliche Schreibpensum kämpfen und die leider oft alle verlieren. Ich werde an dieser Stelle auf dem Laufenden halten, wenn sich irgendwo etwas ergeben sollte.

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