Im Weltraum nichts Neues

Zu meinen allerältesten aktiven Projekten gehört meine Weltraumgeschichte. Wer nur den Elomaran-Zyklus kennt, wird nicht unbedingt auf die Idee kommen, daß ich ein Talent für Komik habe und meine frühesten Werke parodistischer Natur waren. In meinen Weltraumgeschichten um die United Heroes Corporation tobe ich mich aus. Der erste Teil Kein Alarm im Weltall aus dem Jahr 1995 ist komplett online, der zweite Teil Das Imperium fällt zurück in Arbeit. Aber wie es sich für eine richtige Weltraumgeschichte gehört, muß sie drei Teile haben – und so hatte ich schon lange geplant, einen Abschlußband mit dem Namen Im Weltraum nichts Neues zu schreiben. Einen Plot dazu gab es nicht, nur ein paar Ideen:

– Lucilla Lode, die Finstere Herrscherin, entwickelt einen Sternenstörer, eine Maschinerie, mit der die Drehrichtung von Planeten umgepolt werden kann. Tsunamis, Vulkanausbrüche und Erdbeben sind die Folge, ganz zu schweigen von umgekehrten Jahreszeiten und einem gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. Das so entstehende Chaos nutzt Lucilla, um den Planeten in aller Ruhe einzunehmen
– und am Ende gibt Hans Olo, der Weitgehend Einsame Streiter, auf, Lucilla (alias Lucy Anakin, gefallenes Mitglied der United Heroes, zum Guten zurückführen zu wollen. Er liebt sie, er ist bereit, jeden Preis zu bezahlen, und so läuft auch er auf die Dunkle Seite über.
– Eliot und Ignatz, ihre treuen Mitstreiter, blicken ihnen nach, als ihr Shuttle gen Weltenuntergang fliegt.

Ignatz: »Eigentlich müßten wir sie jetzt verfolgen, meinst du nicht?«
Eliot: »Hm.«
Ignatz: »Ich meine, wir müßten ihnen das Handwerk legen.«
Eliot: »Natürlich. Aber erst nach den Flitterwochen.«
Abspann.

Natürlich ein bißchen wenig für eine ganze Geschichte. Bis heute. Denn heute kam der Plot dazu. Tata! Es überkam mich, während ich das Finale von Das Imperium fällt zurück sah. Und hier ist sie nun, die Handlung des Dritten Buches:
Lucilla Lode ist völlig in ihrer Rolle als Finstere Herrscherin aufgegangen, und die United Heroes, zuletzt allzu sehr mit sich selbst beschäftigt, hat wenig getan, um sie daran zu hindern. Nun ist klar: Mit Worten ist der Frau nicht beizukommen. Und auch nicht mit Güte. Lucilla muß besiegt werden, von einem, den sie als überlegen anerkennt. Soweit, so gut – aber woher diesen einen nehmen? Und wie verhindern, daß er sich wiederum als noch schrecklicherer Tyrann entpuppt, daß das Universum vom Regen in die Traufe kommt?

Ignatz Perkins, Langweiler, Hobbyposychopath und Mastermind, hat eine Idee: Nicht Gemeinsam sind wir viele heißt die Devise, sondern E Pluribus Unum: Jeder United Heroe hat für sich genommen Lucy nicht viel entgegen zusetzen. Aber wenn sie ihrem Namen Ehre machen und sich wirklich vereinen…
Und so betritt ein neuer finsterer Herrscher die Bildfläche. Ein Meisterschütze. Pilot par Excellence. Strategisches Genie. Brillanter Redner. Genialer Ingenieur. In dem Finsteren Schurken mit der Grabesstimme und undurchsichtigen Maske hat Lucilla ihren Meister gefunden.Oder sollte man sagen ihre Meister?

Denn in der nachtschwarzen Rüstung steckt immer ein anderer: Yvetta, die Scharfschützin und Kopfgeldjägerin [und Diplombibliothekarin] der Gruppe führt den Blaster. Hans pilotiert, als ob der Teufel hinter ihm her wäre. Ignatz stellt die Schlachtpläne vor. Eliot hält die flammenden Ansprachen. Und Steward Arzine, Erfinder und verkrachteste Existenz diesseits vom Pecos-System, baut die Geräte, neben denen der Sternenstörer als aussieht. Endlich muß sich Lucilla geschlagen geben…
Doch wie wird sie sich ihre Liebe zu Hans eingestehen? Und wie fällt Hans an die Dunkle Seite? Das sei noch nicht verraten. Es muß auch noch irgendwie spannend werden!
Abspann.

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