Normalerweise, wenn ich ein Buch auf meinem Romanfriedhof zu Grabe trage, bedeutet das, dass dieses Buch tot ist, mausetot, und ich nie wieder daran arbeiten werde. Es gibt Ausnahmen – so habe ich »Die Welt in der Wühlkiste« ausgeschlachtet und daraus meine »Neraval-Sage« gemacht, und ich plane schon ganz lange, »Klagende Flamme« komplett neu aufzuziehen, abzüglich der zu spät erkannten rassistischen Tendenzen der ersten Fassung, aber noch habe ich mich da nicht drangetraut, da ich mir nicht sicher bin, ob ich schon in der Lage bin, wirklich etwas Besseres als damals aus der Idee zu machen. Aber mit meinem letzten Friedhofsfall ist etwas Erstaunliches passiert. Ich hatte den Beitrag für mein Blog eben erst beendet, und noch nicht gepostet, als ich spontan Lust auf das Buch bekam. Und die Graberde hatte sich noch nicht gesetzt, da griff ich zur Schaufel und buddelte meine Buchleiche wieder aus.
Über diese Geschichte zu schreiben, hatte mir vor Augen geführt, wie stolz ich eigentlich auf das Konzept war, wie sehr ich die Figuren immer noch mochte – und wie gut dieses Buch doch auf dem heutigen Buchmarkt funktionieren könnte. Vor elf Jahren, als ich meinen ersten Versuch mit den »Kindern des Hauses Otrempa« machte, war der Plot, wie so vieles, was ich schreibe, ein Outlier.… Weiterlesen
