Mach mir den Frodo!

Es geht jetzt also tatsächlich auf das Ende vom Gefälschten Siegel zu, und entgegen allem, was ich meinen Agenten versprochen habe, nachdem es letztes Jahr diesen Kniest mit den Elomaran gab, wird das Buch mit einem Cliffhänger enden. Jawohl. Ich behelfe mir, indem ich die Trilogie zuendeschreibe, ehe sie auch nur einem Verlag angeboten wird, und dann stelle ich mir sowas vor wie Drei Band Im Schuber, dann wird sich auch kein Leser und kein Lektor wegen des Endes vom Band Eins beschweren (ach ja, das zweite Buch endet garantiert genauso offen).

Letztlich bin ich gut durchgekommen mit der Geschichte, nur einen Hänger hatte ich zwischendurch, und wenn ich mir so ansehe, was rausgekommen ist, deckt sich das doch ganz gut mit meinen ersten Plänen. Bis auf eine Sache, und die hängt mit Tymur zusammen. Gedacht war, daß Tymur das sanfte Unschuldslamm ist, der harmlose Diplomat, der jeden verblüfft und verwundert, wenn er sich am Ende des Siegels buchstäblich die Maske runterreißt und sein wahres Gesicht zeigt. Möööp. Chance vertan. Tym wirkt immer wieder unterschwellig bedrohlich, manisch-psychotisch, besessen, daß ich wette, meine Leser warten nur drauf, daß sowas passiert. Ich habe keine Lust, jetzt alles nochmal neu zu schreiben, und ich mag Tym, so wie er ist – also dreh ich jetzt den Spieß um und implementiere das.… Weiterlesen

Stein an Stein, Wort um Wort

Ich, Oberzahlenknecht von eigenen Gnaden und Peitschenschwinger im T12, habe mir eine Woche Statistikauszeit verdonnert, weil ich den Gedanke an die Zahlen nicht mehr ertragen habe. Ich war es so leid, mir jeden Tag den Arsch abzuschreiben und trotzdem immer nur am Ende der Statistik mitzuspielen, weil mein Ziel einfach viel zu hoch ist und ich prozentual nur kleine Brötchen backe. Daß das so demotivierend sein könnte, hätte ich nie erwartet, aber ich bin ja selbst schuld, was will ich auch 500.000 Wörter schreiben? Ich denke, heute abend werde ich meinen Wordcount wieder aktualisieren und ab morgen wieder Statistik machen, damit ich den Rest der Gruppe nicht mehr länger hängen lasse, aber das mußte einfach mal sein.

Und dann geht es nun wieder mal auf ein Buchfinale zu, huzzah! Ich bin gespannt, wie oft ich das in diesem Jahr noch sagen kann, ich will ja dieses Jahr den Hattrick schaffen, der 2010 nicht geklappt hat, und drei Romane fertigstellen. Jetzt geht es also auf das Ende zu beim Gefälschten Siegel. Das ist natürlich halb geschummelt, weil ich beschlossen habe, eine Trilogie aus dem Ganzen zu machen und dadurch das Ende natürlich viel schneller erreicht ist, aber eine Länge von knapp über 500 Seiten ist ganz okay für ein Buch, da muß ich mich nicht schämen, denke ich.… Weiterlesen

Deutschland, deine Dicken

Was macht der dicke Mensch, der dringend abnehmen muß? Richtig: Er schaut fern. Das deutsche Fernsehen beschert mir gerade eine Sendung, die mir das Gefühl gibt, eine schlanke Grazie zu sein, weil die Menschen, die dort gezeigt werden, noch viel dicker sind als ich. Und wenn die mal nur noch soviel wiegen wie ich, sind die richtig glücklich. Ich sollte also zufrieden sein mit dem, was ich habe. Aber ich bin ja für Fernsehmüll immer zu haben, und von den Gerichtsshows brauche ich dringend eine Pause, also gibt es derzeit für mich The Biggest Loser, ein besonders perfides Format, das von sich behauptet, seine Kandidaten nicht vorzuführen, sondern ihnen in einer Notlage zu helfen. In Wirklichkeit werden hier kranke, hilflose Menschen ausgenutzt im Namen der Quote und vermeintlicher Aufklärungs- und Aufrüttlungsarbeit und machen das alles auch noch freiwillig, in dem Glauben, ihre letzte Chance überhaupt zu nutzen.

Wer wissen will, wie diese Sendung funktioniert und um was es geht, der findet im Netz eine Menge an Literatur und Kritiken, und ich habe keine Lust, hier zu wiederholen, was zig Leute vor mir geschrieben haben. Nein, ich bin ein Fernsehjunkie der besonderen Art. Ich schaue nicht nur die dritte Staffel Biggest Loser und habe auch schon die ersten beiden Staffeln gesehen.… Weiterlesen

Autorenstimmen

Worauf ich mich besonders freue am Irgendwann-doch-mal-veröffentlicht-sein, ist das Geld. Nicht mal das Geld, das ich dann damit verdiene – das kann ich auch jeden Tag als Bibliothekarin, und vermutlich mit einem besseren Stundenlohn – sondern das Geld, das andere Leute dann für meine Werke zu zahlen bereit sind. Was für ein Unterschied zu jetzt, wo ich mich und meine Geschichten anpreisen muß wie Sauer Bier, um ab und zu mal einen Leser zu finden! Aber veröffentlichte Autoren liest man für Geld, und man hört ihnen zu. Das ist vielleicht das Beste: Autorenlesungen. Andächtige Bewunderer füllen den Saal, alle Augen liegen auf dem Autor, ein letztes Räuspern, ein erster Applaus, und dann erhebt er die Stimme…

Letzten Donnerstag hatte ich das Vergnügen, die allererste Autorenlesung meiner Freundin Grey, die mit der Blutgabe, zu besuchen. Es war vielleicht ein bißchen wahnsinnig, an einem Donnerstagnachmittag nach der Arbeit von Aachen nach Bielefeld und zurpck zu fahren, und das auch noch mit einem Partner, der am anderen Morgen die Frühschicht hat, aber es hat sich allemal gelohnt. Schön, stimmungsvoll, und Gummivampire gab es auch noch – und die Lesung habe ich genossen, wenn es auch ein bißchen schade war, daß Grey eine Szene vorgelesen hat, die ich nicht nur schon kannte, sondern sogar schon mal vorgelesen bekommen hatte.… Weiterlesen

Roashans Eleven

Nach der Pflicht bin ich jetzt bei der Kür angelangt. Geigenzauber ist raus, ich konnte es zum Stichtag fertig überarbeitet bei der Agentur abgeben und habe danach drei Kreuze geschlagen, so wenig Spaß hatte ich am Überarbeiten selten. Je weiter ich vorgedrungen war, desto schlechter erschien mir das Buch, und selbst jetzt noch fällt es mir schwer, mir vorzustellen, daß irgend ein Verlag das drucken wollen könnte. Aber damit ist die Arbeit noch nicht getan, da ist immer noch die Gauklerinsel, und auch die will ich vor der Buchmesse noch aufhübschen. Natürlich, zum richtigen Überarbeiten reicht die Zeit nicht, das habe ich mit den ersten drei Kapiteln gemacht, um eine brauchbare Leseprobe zu haben, aber über den Rest soll doch zumindest schon mal die Rechtschreibkorrektur drübergelaufen sein.

Aber welch ein Unterschied! Jeder Satz, jede Zeile, die ich dabei lese, erfüllt mich mit Begeisterung. Ich brenne darauf, dieses Buch überarbeiten zu können, alle sechsunddreißig Kapitel, alle achthundertvierzehn Seiten; wenn ich könnte, würde ich es glatt nochmal schreiben, nicht weil es dann soviel besser würde, aber um nochmal diesen Spaß am Schreiben zu verspüren und diesen Stolz, was das Ergebnis angeht. Schon will ich alles Schreiben sein lassen für die Zukunft, ich habe das Gefühl, nichts von dem, was ich zur Zeit und auch zukünftig produziere reicht an dieses Meisterwerk heran.… Weiterlesen

Der eigene Name, gedruckt!

Ich habe diesen Traum, und ich bin nicht allein damit: Ich möchte etwas in der Hand halten, wo mein Name steht, gedruckt. Das ist schon immer so und ist mit mir gewachsen: War es in der Unterstufe noch ein Umdruckerabzug eines Märchens, das ich geschrieben hatte, oder später die fotokopierten Exemplare von Marlowe, Lime & Co., die ich in sagenhafter Auflage von fünfzehn Stück an Mitschüler und Lehrer verkauft habe, oder diese ganz besondere Ergriffenheit, als ich 1995 meinen ersten eigenen Tintenstrahldrucker hatte und plötzlich einen qualitativ hochwertigen Ausdruck meiner damaligen Geschichten, oder 2006 die Bücher, die von lulu.com gekommen sind… Aber irgendwann reichte das nicht mehr, wie ein Junkie, der immer höhere Dosen braucht, mußten auch die Drucke und die Auflagen immer besser werden. Und damit wächst auch automatisch der Frustfaktor – es ist nur halb im Scherz, wenn ich mich als ‚Puffmutter der deutschen Fantasy‘ bezeichnet, always bridesmaid, never a bride…

Aber jetzt habe ich gleich zwei Dinge in der Hand, wo ich meinen Namen gedruckt sehen kann und denken, ab und an mal Brautjunger hat auch was für sich. Das erste ist mein Exemplar von Franka Rubus Blutgabe, in dem nicht nur eine Widmung der großartigen Grey drinsteht, für mich ganz persönlich, sondern auch mein Name im Druck, Vor- und Nachname, bei den Danksagungen.… Weiterlesen

KorrekTortourLesen

Überarbeiten ist etwas, das ich gerne langsam angehe und dann gründlich mache. Meinen Erstling Eine Flöte aus Eis habe ich zweieinhalb Jahre lang überarbeitet, ehe ich es dem ersten Verlag angeboten habe, und die deutlich dickere Spinnwebstadt habe ich in fast fünf Jahren dreimal von vorn bis hinten korrigiert, gut fünfzehn Prozent gestrichen und ein ganzes Kapitel neu geschrieben, und am Ende das Buch nur deswegen eingereicht, weil es für den Heyne-Wettbewerb war und ich es endlich mal aus den Füßen haben wollte. Aber das ist das Tempo, in dem ich sowas gern mache, gemächlich und gründlich. Und auch für Geigenzauber wollte ich alles richtig machen. Ich hatte einige tolle Betaleserinnen um mich geschart, denen die Idee gefiel und die mir mit ihren Tips helfen sollten, drei Überarbeitungsgänge in einem zu machen, denn daß ich diesmal keine drei Jahre warten wollte, das stand fest. Nein, das Ziel ist Leipzig 2011.

Aber dann fingen die Probleme an. So kurz nach der Fertigstellung war die Geschichte noch nicht gesackt genug, als daß ich mit der nötigen Distanz drangehen konnte, also ließ ich es erstmal noch einen Monat liegen, sammelte die Rückmeldungen der Betaleserinnen ein und versuchte dann, voll durchzustarten. Aber was eine geniale Hilfestellung sein sollte, hat mich letztlich kalt erwischt.… Weiterlesen