Wat kütt? Dat kütt! VII

Auf den Jahresrückblick für 2021 verzichte ich diesmal großzügig, und zwar aus dem Grund, dass ich 2021 wirklich kontinuierlich und über alles wichtige gebloggt habe und das Jahr mit seinen Höhen (Stipendium) und Tiefen (Hochwasserkatastrophe) gerade nicht noch einmal Revue passieren lassen möchte. Dafür gibt es diesmal zeitnah zum Jahresbeginn einen Ausblick auf meine Pläne für 2021, gute Vorsätze voran. Im vergangenen Jahr habe ich zwar fleißig gebloggt, aber nicht so viel geschrieben wie geplant, und darum ist meine Liste voller alter Bekannter, die schon im Ausblick auf 2021 dabei waren – trotzdem habe ich da den Hattrick geschafft und drei Bücher fertiggestellt, und das gleiche habe ich für 2022 vor.

In Zahlen ausgedrückt: Es ist mein Ziel, dieses Jahr 500.000 Wörter zu schreiben – wenn ich schon scheitern sollte, dann doch lieber an einem großen Ziel, und wenn ich es erreiche, freue ich mich um so mehr. Ich habe dieses Ziel einmal – genau einmal – erreicht, und das war vor zehn Jahren. Aber ich starte dieses Jahr aufgeräumt und guter Dinge und freue mich, noch so viele Ideen in der Hinterhand zu haben. Jedes neue Jahr ist eine neue Chance, und ich habe vor, sie zu nutzen.


Works in Progress

Diese Liste ist voller alter Bekannter – und weil ich 2021 dann doch nicht so viele Bücher wie geplant fertiggeschrieben habe, rutschen die dann einfach mit ins Neue Jahr:

Ein Lied aus Glas

Genre: Clockworkpunk
Ist die Welt nicht schön? Oben dreht sich ein Himmel aus buntem Glas und taucht die ganze Welt in farbiges Licht – damit die Animi, wandelnde Schatten, die Menschen den Verstand rauben, sichtbar werden und von den auf allen Dächern lauernden Jägern erschossen werden können. Und gut, manchmal macht auch jemand Fehler und erschießt versehentlich einen Menschen, aber das muss man in Kauf nehmen, wenn das Wohl der Menschheit auf dem Spiel steht! Jossi Zalkin, Dieb und Jäger wider Willen, will eigentlich „nur“ den Himmelsschlüssel stehlen, um dem Treiben der Jäger ein Ende zu setzen – stattdessen hat er plötzlich mit eine entführte Göttin am Hals und das Messingmädchen Lala, das seine ganz eigene Agenda verfolgt … Inzwischen weiß ich, dass das wohl eine Trilogie wird, und den ersten Teil, die Jossi-Show, gedenke ich 2022 fertigzustellen.

Die Neunte Träne

Genre: Retro-Fantasy
Neun Tränen weinten die Götter, als Kalva Lal erschlug. Neun Tränen, die über die ganze Welt verteilt wurden, als der Dieb Siru in den Himmel eindrang, um sie zu stehlen. Viele Jahre später hängt Siru als Mond im Himmel, und die Götter sind ebenso verschwunden wie ihre Tränen, als sich eine Gruppe ungleicher Helden auf die klassischste aller Sammelquesten macht: Andreu, der Totenbändiger, aka Nekro-Andi, hat dem verkrachten Dieb Kamu die Hand der verstorbenen Meisterdiebin Arnnis Zwölffinger an den Armstumpf gezaubert, und Arnnis, deren Geist damit nicht einverstand ist, schließt sich der Gruppe an, damit die Göttertränen sie ins Leben zurückbringen können. Und die arme Küchenmagd Kell ahnt noch nicht, welche Rolle sie selbst in dem ganzen spielt … Fantasy im Stil der 90er, with a twist, und der Auftakt zu einer neuen Reihe, mit der ich ein paar Jahre Spaß zu haben gedenke. Stolzer Preisträger des PAN-Stipendiums, nach einem gewonnenen, aber qualitativ enttäuschenden Nano eine einzige große Baustelle, auf der sich im neuen Jahr viel tun soll und wird.

Owls End

Genre: Gaslicht Fantasy
Mein anderer Nano-Roman von 2020 war ein voller Erfolg. Ein heruntergekommenes Herrenhaus, steinerne Eulen, ein leerer Kinderwagen, der durch den Park geschoben wird, und ein kleines Mädchen, das drei Fragen stellt und wieder verschwindet: Owls End hat alles, was ein Gaslichtroman braucht. Es hat aber auch Adelia Borrell, eine junge Frau, die im Jahr 1896 nach ihrer sexuellen Identität sucht, und Gracie, die ihr zwar auf der einen Seite hilft, ihren Körper und ihr Verlangen zu verstehen und akzeptieren, aber auf der anderen Seite ihre eigenen Pläne für Adelia hat … und Feen. Es gibt auch wieder Feen. Ein wirklich schönes Buch, das gar nicht so lang werden soll und darum auch 2022 fertig werden.

Sturmtrinker

Genre: Postapokalyptische Fantasy
Im Nano musste ich leider, es ging nicht anders, dieses Projekt früh fallenlassen, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Grigori hat die Gabe, unkontrollierbare Stürme zu entfesseln – was in einer Welt, die bereits auch so von unkontrollierbaren Stürmen beherrscht wird, ziemlich obsolet ist. In seiner magisch abgeschirmten Stadt ist für ihn und seine Gabe jedenfalls kein Platz, sie muss ein Geheimnis bleiben und tut das natürlich nicht für immer. Grigori liebt Stürme, und den Ballettänzer Taman, in dieser Reihenfolge, er ist antisozial und zornig und ein trotzdem erstaunlich sympathischer Charakter geworden. Es gibt gepanzerte Karawanen, schwergerüstete Räuber, mächtig viel Wind und explosives Grubengas in einer Geschichte, die mir noch nicht verrät, was sie mit mir vorhat, und mich darum um so mehr fasziniert. Muss nicht fertigwerden, nur Fortschritte wären schön.

Die Traumstadt

Genre: Noir Fantasy
In einer Stadt voller Alpträume kämpft ein verkrachter Magier gegen den Tod, höfische Intrigen, und um bessere Drogen. Seit 2016 schreibe ich mit Liebe an diesem Buch, und 2020 soll es bloß nicht fertigwerden, ich will mehr davon haben, ich liebe dieses Buch und mag es nicht gehen lassen. Inzwischen ist Sandro sein Silberkorn los und bereit, seinem Geliebten Ravid in die Tiefen des Traumes nachzufolgen, und ich lasse einfach auf mich zukommen, wie es weitergeht. Sandro wird Sex haben, Drogen nehmen und zu oft beinahe sterben, aber so ist er nunmal, Sandro verbockt es und ich laufe mit dem Schreibblock hinter ihm her, und so muss es sein.
Da wir dieses Projekt anbieten wollen, wird es Zeit, hier mal auf ein Ende zuzusteuern – zumindest des ersten Teiles. Und die zweite Hälfte tüchtig plotten.

Wie Haut so kalt

Genre: Contemporary Fantasy
Eine Jugendstrafe verhindert, dass Varda na Kavret der Familientradition folgen und als Mnemomant vor Gericht die Erinnerugen von Angeklagten auslesen darf. Stattdessen findet er mit seiner Gabe Arbeit im Bestattungswesen: Dort wird den Toten ihre Lebensgeschichte auf den Leib tätowiert, damit man im Totenreich weiß, wer sie waren, und die Unbekannten, Namenlosen landen dann bei Varda. Doch die Erinnerungen der Toten sind schwere Kost, und als dann auch noch die Kriminalpolizei seine Hilfe will, einen Serienmörder zu finden, droht Varda unter der Belastung zusammenzubrechen. Und auch die Geheimnisse seiner Familie meinen, es ist an der Zeit, sie aufzuklären … In diesem Buch passiert viel, und das wenigste davon ist geplant. Varda ist herrlich kaputt, das Buch ist es nicht, und ich hoffe, 2022 wird es fertig.

Works in Waiting

Bücher in Wartestellung – Sachen, an denen ich lange nicht mehr oder noch nie richtig gearbeitet habe und für die ich Zeit habe, wenn ich endlich diese fast fertigen Brocken aus dem Weg geräumt habe.

Alibi für einen Geist

Genre: Kriminalgroteske
Allison Ellisson möchte ihren Namen gerne auf einem Buchcover lesen. Orion West bevorzugt es, wenn man ihn für verrückt hält. Und den Toten im verschlossenen Raum kann nur ein Geist auf dem Gewissen haben. Bloß, wenn der Geist ein Alibi hat, wer war es dann? Wenn ich in die Vergangenheit reisen will, komme ich um dieses Buch nicht herum: Ein Amalgam aus zwei Krimireihen meiner Jugend und einem Roman, der fast dreihundert Seiten lang wurde, ohne mir seinen Mörder zu verraten, um mehr als fünfundzwanzig Jahre nach seinem großen Scheitern endlich eine Krimiautorin aus mir zu machen. Und dass ich immer noch nicht weiß, wer es war oder wie, gedenke ich diesmal zu meinem Vorteil zu nutzen.

Das Haus der tausend Schlüssel

Genre: YA Mystery
Hecuba Finchs Familie ist nur da exzentrisch, wo es um Vornamen geht. Aber als eine Großtante, von der sie noch nie gehört hat, stirbt, erbt Hecuba, zusammen mit ihren Cousins und Cousinen, ein Haus samt Familienfluch. Es ist abgesperrt, die Zeit steht darin still, und irgendein Schlüssel in dem riesigen Sack, den Tante Jane über die Jahre auf Flohmärkten ergänzt hat, um sicherzugehen, dass wirklich niemand jemals ins Haus kommt, öffnet die Tür – aber mehr als einen Schlüssel pro Tag darf man nicht probieren. Seltsame Geschichte. Zusammen mit ihrem gleichaltigen Cousin Bart(leby) beschließt Hecuba, ein paar Tage auf dem Grundstück zu campieren, Schlüssel auszuprobieren und sich das Haus zumindest von außen anzuschauen. Aber plötzlich ist Bart verschwunden, und aus dem lustigen Campingtrip wird bitterer Ernst …

Klagende Flamme

Genre: High Fantasy
Geplant ist die Wiedergeburt eines halben Romans von 2004 – für die ich erstmal alles, was ich habe, in die Tonne kloppe, nicht nur den eigentlichen Text, sondern auch Plot und Hauptfiguren. Weil man 2021 nicht eine tolle, pseudo-afrikanische Welt entwirft mit einer wirklich schönen Mythologie, und dann zwei weiße Kolonialistensöhne dazu bestimmt, die Probleme der einheimischen Götter zu lösen. Nichts für ungut, Byron und Jarvis, aber ich habe beschlossen, dass meine Welt keine Kolonialherren braucht, und ihr habt in dieser Geschichte nichts mehr verloren. Lharkan und Telya schaffen das auch ohne euch. Ich habe nicht wirklich viel Plot, aber meiner Agentin gefiel das Potenzial der Geschichte, und dann schaue ich mal, wie gut sich das in Version 2 so schreiben lässt.

Lichtland

Genre: High Fantasy
Manche Bücher sind nicht totzukriegen, so auch mein Nano-Roman von 2007. Den habe ich 2015 komplett neu angefangen und wieder vor die Wand gefahren, aber Totgeglaubte leben länger. In einer Welt, in der Licht und Dunkel absolut sind, ahnt Nomi, dass er der Auserwählte ist, der das Ganze wieder in Ordnung bringen soll – nur haben vor allem die hellen Länder gar kein Interesse daran, etwas am Status Quo zu ändern. Zusammen mit dem enigmatischen Flötenspieler Shen und seinem eigenen Schatten bricht Nomi auf, um zumindest das Geheimnis seiner Herkunft zu ergründen, aber er ahnt nicht, dass er selbst nur im Licht existieren kann und ein anderer wird, sobald ihn das Dunkel auch nur berührt … Wäre echt schön, aus diesem Buch endlich mal was richtiges zu machen, und irgendwann mal etwas Fertiges!

Die Schmetterlingsspur

Genre: Mystery Thriller
Verschwundene Kinder. Schmetterlinge. Ein Haus am Grund eines Stausees. Eine junge Frau, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Ein Familienfluch. Ein dunkler Fremder. Ich bin überzeugt, da kann man was draus machen. Und über allem schwebt der Fall von Janice Pockett, einem realen kleinen Mädchen, das in den Siebzigern spurlos verschwunden ist. Es tut mir leid, ihren Fall für meine Geschichte auszuschlachten, solange es noch eine Familie gibt, die nach ihr sucht. Aber ich will dieser Geschichte trotzdem eine Chance geben. Wenn nochmal jemand ein romantisches Herrenhaus von mir haben will, wäre es schön, etwas in der Hinterhand zu haben.

Tinte und Rauch

Genre: Urban Fantasy Gaslight Thriller
Im London der 1890er leiden verbannte Feen unter Rauch, Ruß und ihren menschlichen Wirtskörpern. Leroc, ehemals Nachtfeder von der Rabengarde, stolpert über eine übel zugerichtete Leiche und hängt gleich tiefer drin, als ihm lieb ist – ein Nachtmahr geht um in St. Giles Rookery, ein böser Traum, und die Spuren fühen zum Aschehof, jenem Bund abtrünniger Feen, mit denen sich Nachtfeder folgenschwer eingelassen hat. Wie gut, dass er in einer Opiumhöhle arbeitet, wo ihm wenigstens die schönen Träume freihaus geliefert werden und er in dem schwindsüchtigen Dichter Lucian mehr als nur Zerstreuung findet. Aber auch Lucian ist nicht, was er scheint – und nicht einmal mehr lebendig … An meinem zweiten Nano-Roman von 2018 schreibe ich sporadisch weiter, wenn mir gerade danach ist. Er hat keine hohe Priorität, aber dafür um so mehr Blut.

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