Der eigene Name, gedruckt!

Ich habe diesen Traum, und ich bin nicht allein damit: Ich möchte etwas in der Hand halten, wo mein Name steht, gedruckt. Das ist schon immer so und ist mit mir gewachsen: War es in der Unterstufe noch ein Umdruckerabzug eines Märchens, das ich geschrieben hatte, oder später die fotokopierten Exemplare von Marlowe, Lime & Co., die ich in sagenhafter Auflage von fünfzehn Stück an Mitschüler und Lehrer verkauft habe, oder diese ganz besondere Ergriffenheit, als ich 1995 meinen ersten eigenen Tintenstrahldrucker hatte und plötzlich einen qualitativ hochwertigen Ausdruck meiner damaligen Geschichten, oder 2006 die Bücher, die von lulu.com gekommen sind… Aber irgendwann reichte das nicht mehr, wie ein Junkie, der immer höhere Dosen braucht, mußten auch die Drucke und die Auflagen immer besser werden. Und damit wächst auch automatisch der Frustfaktor – es ist nur halb im Scherz, wenn ich mich als ‚Puffmutter der deutschen Fantasy‘ bezeichnet, always bridesmaid, never a bride…

Aber jetzt habe ich gleich zwei Dinge in der Hand, wo ich meinen Namen gedruckt sehen kann und denken, ab und an mal Brautjunger hat auch was für sich. Das erste ist mein Exemplar von Franka Rubus Blutgabe, in dem nicht nur eine Widmung der großartigen Grey drinsteht, für mich ganz persönlich, sondern auch mein Name im Druck, Vor- und Nachname, bei den Danksagungen. Das ist jetzt schon meine zweite bei einem Buch, das in einem richtigen Verlag erscheint, die erste war in Alexander Lohmanns Gefährten des Zwielichts, aber dieses hier fühlt sich doch ganz besonders an, nicht nur, weil Grey eine wunderbare Freundin ist und ich so lange schon mitgefiebert habe, bis ihre Bluter nun endlich erschienen sind, sondern auch wegen der besonderen Ironie der Sache: Mein richtiger Name steht in diesem Buch, für jeden lesbar – und Greys nicht, es ist ja unter Pseudonym erschienen. Aber in jedem Fall bin ich ganz außer mir vor Glück, wenn ich das Buch in Händen halte.

Das andere ist eine CD, erschienen in deutlich kleinerer Auflage und doch auch etwas ganz besonderes: Die Schattenweber haben ihre erste Platte aufgenommen, und der Grund, daß auch sie mich ihrer Danksagung erwähnen, Vor- und Nachname, ist, daß gleich drei von meinen Liedern auf der CD drauf sind. Ich fühle mich sehr geehrt, und ich muß gestehen, ich höre jetzt immer diese drei Lieder in Endlosschleife, Die Quelle und Die Flagges des Roten Todes und Mein Tod, meine Worte, meine Melodie, gesungen von Silvas ganz besonderer Stimme, mit Gitarre und Geige und Wow-Effekt – ich wünsche dieser CD ganz viel Erfolg, nicht nur wegen des Ruhmes, der von ihr auf mich abfärbt. Meine Belegexemplare waren jedenfalls heute in der Post, und es war schon ein ergreifender Anblick.

Zwei Gelegenheiten, meinen Namen gedruckt zu sehen, und sie fühlen sich kaum schlechter an als wenn es mein eigenes Buch oder meine eigene CD wäre… Nein, da ist sicher noch eine Abstufung möglich. Aber es verkürzt die Durststrecke, bis wirklich mal etwas eigenes von mir erscheint. Und am eigenen Ruhm baue ich doch immer wieder gern.

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