Dreizehntes Kapitel: Die Stimmen der Steine

Bis vor kurzem dachte ich immer, das unschlagbar längste Kapitel in den Chroniken der Elomaran wäre das Siebte von Schwanenkind – aber ich irrte. Das Dreizehnte Kapitel von Dämmervogel ist noch länger geworden. Nicht viel, aber immerhin. Na, wenn jeder Satz schon »Schlüsselszene!« schreit, muß man sich dem doch irgendwie beugen… Es war eine schwere Geburt, dieses Kapitel, und es ist nicht so geworden wie es sollte – ich kann nicht behaupten, daß ich wirklich zufrieden damit wäre. Eigentlich gar nicht. Aber vielleicht kommt das noch. Zumindest kann man es jetzt lesen: Dreizehntes Kapitel
Und die Geschichte der Steine von Sharaz ist dann auch wirklich gut gelungen…

Je weiter sich Dämmervogel dem Ende nähert, desto mehr muß ich mir eingestehen, daß ich Probleme habe, Varyn zu mögen. Mehr noch: Daß ich Probleme habe mir vorzustellen, daß irgend jemand Varyn mögen könnte. Er ist nicht wie Alexander, den man lieben oder hassen muß – er empfindet so wenig, gibt so wenig von sich preis, daß man ihm eigentlich nur mit Gleichgültigkeit begegnen kann, und das ist das Schlimmste. Es ist ja jetzt nicht so, daß er die Heile Welt verkörpert und ein strahlender Held ist, ganz sicher nicht. Aber er ist so verschlossen, so leidenschaftslos – es ist egal, ob er Erfolg hat oder scheitert. Der einzige in diesem Zweig der Geschichte, der bei sich Gefühle zuläßt, ist Dannen, und der wirkt in dem ganzen auch wie ein Fremdkörper. Es gefällt mir alles nicht.

Und ob es den Lesern gefallen wird, kann ich nicht sagen, dafür höre ich zu wenig von ihnen – tatsächlich glaube ich, daß noch niemand Dämmervogel überhaupt je gelesen hat. Die Leute warten, daß das Buch fertig ist und in Druck gehen kann – was noch in diesem Herbst passieren soll. Und dann? Werden sie es mir dann um die Ohren hauen? Werden sie Falkenwinter boykottieren und direkt zu Zornesbraut übergehen? Das will ich gar nicht wissen. Womit es mir dann am Ende genauso geht wie Varyn in dem frisch hochgeladenen Kapitel, das den Titel trägt »Die Stimmen der Steine«.

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